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Mein Weg vom Spekulanten zum Investor – Phase 1 (2013 bis 2015) – Buy & Sell und Mikrotransaktionen

Bald jährt sich mein erster Aktienkauf zum neunten Mal. In der Ehe nennt man dieses Jubiläum Keramikhochzeit. Passt irgendwie. Denn auch mir ist beim Investieren einiges an Porzellan zu Bruch gegangen. Zum Glück konnten sehr gute Börsenjahre meine individuellen Fehler wettmachen. Mikrotransaktionen

Wo mein Depotwert allerdings heute stünde, wenn ich von Anfang an konsequent auf Buy-and-Hold gesetzt hätte? Das möchte ich mir lieber gar nicht vorstellen. 

Von C.A.T. OIL, LUPAKA GOLD CORP. & ADLER MODEMAERKTE 

Meine erste Aktie war die C.A.T. OIL AG. Keine Ahnung warum und weshalb. Wahrscheinlich bin ich in irgendeinem Börsenmagazin darüber gestolpert oder der AKTIONÄR hatte mal wieder einen „heißen“ Tipp.  

Heute heißt das Unternehmen Petro Welt Technologies AG. Man ist als Dienstleister im Erdgas- und Erdölfördergeschäft in Russland und Kasachstan tätig. Der Hauptsitz liegt in Österreich.

Angesichts der Branche, könnt euch wahrscheinlich denken wie der aktuelle Chart aussieht. 

(C) Urheber: Finanzen.net I finanzen.net

Klassischer LORU-Chart – von links oben nach rechts unten.  

Auf der linken Seite markiert: mein damaliger Kaufzeitpunkt. Gar nicht so schlecht getroffen. 

Den flüchtigen Heldenstatus als Stockpicker, zerstört ein Blick auf den damaligen Kaufbeleg. Denn ich habe tatsächlich für 56 Euro gekauft. Bei Transaktionskosten von 9,95 Euro ergibt das rund 15 Prozent Kaufnebenkosten! Unfassbar. 

 

Naja, immerhin habe ich ein Limit gesetzt 🙂

Okay, trotzdem sehr peinlich. Und vor allem junge Anleger können darüber nur lachen. Aber vor zehn Jahren gab es auch noch keine Neo-Broker und Aktien-Transaktionen zum Nulltarif. 

Die Aktien habe ich übrigens nur acht Tage später wieder verkauft. Zu einem Kurs von 12,75 Euro. Und natürlich erneut 9,95 Euro Transaktionskosten. Unterm Strich ein Verlust von 12,60 Euro. 

Hätte ich mehr Geld in die Hand genommen, wäre ich mit einem netten Gewinn rausgekommen. 

In den Monaten danach habe ich mehr Geld in die Hand genommen. Da 2013 bis 2014 ohnehin fast alles gestiegen ist, waren Gewinne leicht zu realisieren. Die Transaktionskosten fraßen (bei mir) aber jegliche Kursgewinne wieder auf.  

Es war eine rentable Zeit für die Online-Broker.  

Zu meinem nächsten Kaufen zählten: 

  • LUPAKA GOLD CORP. 
  • 4 SC AG 
  • ADLER MODEMAERKTE AG O.N. 
  • ALBERTA OILSANDS INC. 

Anfang August 2013 kaufte ich Aktien der Capgemini SE, die ich aus meinem beruflichen Umfeld kannte. Sozusagen die erste „Qualitätsaktie“. Mikrotransaktionen

(C) Urheber: Finanzen.net I finanzen.net

 

Mit einfachem Buy-and-hold hätte sich der Wert innerhalb der letzten 8 ½ Jahre mehr als vervierfacht. Mit einer jährlichen Rendite von knapp 20 Prozent.  

Noch übler ist ein Blick auf den Apple-Chart. Markiert ist mein Kauf im Dezember 2013 für heute kursbereinigte 14 Euro.  

(C) Urheber: Finanzen.net I finanzen.net

…oder Tesla (Kaufzeitpunkt siehe links) Mikrotransaktionen

(C) Urheber: Finanzen.net I finanzen.net

Beim Blick in den Rückspiegel ist aber eines auch klar: Die wenigsten Anleger lassen Gewinne langfristig laufen. Selbst, wenn ich also Tesla behalten hätte, wäre ich wohl spätestens Anfang 2020 nervös geworden und hätte Gewinne „mitgenommen“. 

Fazit zu Phase 1 – Buy & Sell und Mikrotransaktionen

Die ersten drei Jahre meines Anlegerlebens habe ich vor allem die Kassen der Broker gefüllt. Insgesamt habe ich 259! Wertpapier-Transaktionen durchgeführt. Die Kosten lagen jeweils bei zehn Euro. Manchmal etwas weniger aufgrund von Angeboten. Ab und zu etwas mehr aufgrund  kostenpflichtiger Eintragungen ins Aktienregister.  

Was die Haltedauer betrifft, lag diese im Durchschnitt vermutlich um die ein bis zwei Wochen.

Nach meinen späteren Berechnungen, bin ich in den ersten drei Jahren etwa bei Null rausgekommen. Trotz katastrophaler Hyperaktivität habe ich also große Verluste vermieden. Immerhin.

Dennoch habe ich sehr gute Börsenjahre einfach verpasst. Rückblickend betrachtet eine Schande.  

Übergang zum ETF-Sparer und Turbo-Kapitalisten 

Die nächste Phase auf meinem Weg vom Spekulanten zum Investor beginnt im Jahr 2016. Aber dazu mehr im nächsten Beitrag.

Nachdem ich nun die Hosen runter gelassen habe, würde ich gerne wissen, wie es bei euch gelaufen ist. Habt ihr die ersten Jahre eures Anlegerlebens ebenfalls so viel Mist gebaut? Oder habt ihr vielleicht sogar viel Geld verloren?


Mein Weg vom Spekulanten zum Investor

Phase 1: 2013 bis 2015 – Buy & Sell und Mikrotransaktionen

Phase 2: 2016 bis 2017 – ETF-Sparpläne und Turbo-Zertifikate

Phase 3: 2018 bis 2020 – Das Einzelaktien-Depot 

Phase 4: ab 2000 – ETF only

2 Gedanken zu „Mein Weg vom Spekulanten zum Investor – Phase 1 (2013 bis 2015) – Buy & Sell und Mikrotransaktionen“

  1. Hey Felix,
    Ich habe während meiner Ausbildungszeit mit zwei kostengünstigen Fonds bei meiner Hausbank begonnen. Das ist mittlerweile auch schon einige Jahre her und habe ich mit einigen Hundert Franken (inkl. Ausschüttungen) Gewinn verkauft. Dabei handelte es sich tatsächlich um kostengünstige Fonds die einen Index abbildeten (SPI und Euro Stoxx50) und einer Kaufgebühr von 1%. Ja, ich habe in jungen Jahren bereits auf die Kosten geachtet. Die aller ersten Erfahrung waren daher positiv.

    Meine ersten Einzelaktien kamen gegen Ende 2018 hinzu… Da habe ich dann einige Tausend CHF Lehrgeld bezahlt und hatte nervöse Finger. Aber lieber macht man diese Erfahrungen in jungen Jahren statt mit 50 bis 60😉

    Liebe Grüsse
    Schweizer-Minimalist

    1. Hi „SM“,
      ja das stimmt wohl. Wie sagte der alte Kostolany nicht zu Unrecht: „Börsengewinne sind Schmerzensgelder. Erst kommen die Schmerzen, dann das Geld.“ Und dabei setzt sich das Schmerzensgeld auch durch eigene Fehler zusammen.

      VG
      Felix

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